Vermessung der Papille (Tomographische Untersuchung HRT)

Bei einem Glaukom ("grüner Star") entsteht eine Schädigung des Sehnerven mit irreversibler Schädigung der Sehfunktion, wenn der erhöhte Augendruck die Papille (Sehnervenkopf) aus dem Auge hinausdrückt. Dieser Schaden ist an einer zunehmenden Eindellung der Papille erkennbar und führt zu Ausfällen im Gesichtsfeld, die schließlich unbehandelt zur Erblindung führen.

Die Behandlung besteht in einer Drucksenkung auf verträgliche Werte, wobei früher eine Senkung unter 20 mmHg als ausreichend angesehen wurde. Ob eine hinreichende Drucksenkung erfolgte, wurde mit Gesichtsfeldkontrollen beurteilt. Dabei kam es jedoch trotz Drucksenkung unter 20 mmHg immer wieder vor, dass Gesichtsfeldausfälle auftraten.
Offensichtlich ist die Empfindlichkeit auf Augeninnendruck bei jedem Menschen unterschiedlich. Es gibt also sowohl einige Personen, bei denen ein Druck von 24 mmHg schadlos toleriert wird, als auch einzelne Personen, bei denen bereits ein Druck von 17 mmHg im Laufe der Zeit zu Sehschäden führt.

Findet man jedoch erst einmal Gesichtsfeldausfälle, ist es bereits zu einer irreversiblen Schädigung der Sehfunktion gekommen. Man hat sich daher bemüht, einen Messwert für die individuelle Drucktoleranz zu finden, der bereits vor einer irreversiblen Sehschädigung anspricht. Jedem Augenarzt sind Glaukom-Patienten bekannt, bei denen der Sehnervenkopf (Papille) eine tiefe Delle (Exkavation) aufweist, ohne dass wesentliche Gesichtsfeldausfälle vorliegen.

Bisher war die Beurteilung der Papille nur mittels Betrachtung mit dem Augenspiegel möglich und wurde durch Beschreibung oder Skizze festgehalten. Hiermit war aber der Verlauf nur relativ ungenau zu erkennen und zu dokumentieren.

Neuerdings steht jedoch eine präzise Laserausmessung der Papillenform zur Verfügung. Diese ermöglicht in bisher nicht geahnter Präzision die stereoskopische Vermessung des Sehnervenkopfes und insbesondere eine genaue Berechnung einer bestehenden Eindellung. So ermöglicht sie eine exakte Dokumentation und Verlaufkontrolle der Papillenform. Damit lassen sich selbst kleinste Veränderungen der Sehnervenoberfläche frühzeitig erkennen.


Abb.:Computerauswertung

Diese Methode ist insbesondere bei folgenden Fragestellungen wertvoll:

  • Reicht die Drucksenkung bei Glaukombehandlung im Einzelfall aus (Verlaufskontrolle)?
  • Entwickelt sich bei Glaukomdisposition eine Sehnervenschädigung (Dokumentation des Ausgangsbefundes)?
  • Ist eine grenzwertige Papilleneindellung (Exkavation) noch normal oder bereits krankhaft (statistischer Vergleich zu einem gespeicherten repräsentativen Normkollektiv)?

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie ist völlig schmerzlos und ungefährlich. Meist ist nicht einmal eine Erweiterung der Pupille erforderlich.

Wir können Ihnen jetzt diese moderne Untersuchungstechnik durch unsere Aachener augenärztliche Apparategemeinschaft anbieten. Falls Sie Interesse an dieser verbesserten Diagnostik haben, können Sie gerne einen Termin vereinbaren.

 

Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen:

Das neu entwickelte Verfahren der tomographischen Untersuchung/Vermessung der Papille (Heidelberger-Retinatomograph, HRT) geht über den derzeitigen Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus. Ihre gesetzliche Krankenkasse darf deshalb die Kosten für diese Untersuchung nicht übernehmen.

Eine Untersuchung ist aber auch für Sie möglich, wenn Sie auf der Basis einer Privatbehandlung die entstehenden Kosten von 86,20 € selbst übernehmen.

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Wegbeschreibung "Präzisionsvermessung des Sehnerven (HRT)"

Die Untersuchung findet im Luisenhospital, Boxgraben 99 in Aachen statt.

Parken:
Auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz genau an der Einfahrt zum Luisenhospital ist selten Platz. Ein weiterer gebührenpflichtiger Parkplatz ist in der Weberstr. (erste Straße rechts, wenn man Richtung Bahnhof am Luisen vorbeigefahren ist) auch in der nächsten Straße, der Mariabrunnstr. ist ein Parkplatz gleich links. Dort ist fast immer etwas frei. Von dort kann man durch den Hintereingang direkt ins Luisenhospital bis zum Foyer gehen (Beschilderung „Ausgang“ folgen) und fährt dann mit dem Aufzug wie unten beschreiben nach oben.

Untersuchungsraum:
Der Untersuchungsraum befindet sich in der Ambulanz Augenheilkunde und HNO.
Wenn man durch den Haupteingang ins Luisenhospital kommt, gibt es rechterhand in der Haupthalle 2 kleine Aufzüge. Damit fährt man in die 2. Etage und kommt direkt vor der Augenambulanz (und HNO-Ambulanz) heraus. Dort geht man in die gemeinsame Wartezone und geradeaus zur Eingangstür der Augenambulanz. Links ist dann der Untersuchungsraum für die HRT-Untersuchung.

Eine detailierte Anfahrts- und Wegbeschreibung finden Sie auf der Internet-Seite des Luisenhospitals:
www.luisenhospital.de

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