Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und das Auge

Eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ I oder II) kann alle Augenabschnitte negativ beeinflussen.

Besonders gefährlich sind die Erkrankungen am Augenhintergrund (Retina):

  • Erkrankungen der äußeren Netzhaut (diabetische Retinopathie)
  • Erkrankungen der Netzhautmitte (diabetische Maculopathie)

Diese Erkrankungen sind besonders heimtückisch, da sie unbemerkt, schmerzlos und über einen längeren Zeitraum unerkannt verlaufen und zur Blindheit führen.

In Deutschland erblinden jährlich 2000 Diabetiker neu!
Die Tendenz ist zunehmend – bei Menschen jünger als 60 Jahre ist Diabetes die häufigste Ursache für eine Erblindung.
Zusätzlich gibt es Tausende (in keiner Statistik erfasste) Diabetiker, die weniger als 0.4 sehen (eingestuft als „Schlechtsehende“ oder „hochgradig sehbehindert“).

Abhilfe ist möglich:

  • Früherkennung bei Augenarzt
  • Frühbehandlung mit einem Laser

Eine augenärztliche Untersuchung ist bei folgenden Personen/Patienten unbedingt erforderlich:

jeder "Altersdiabetiker":

  • sofort bei Diagnosestellung
  • dann 1 mal pro Jahr („Geburtstagsmonat“)

jeder "jugendliche Diabetiker":

  • sofort bei Diagnosestellung
  • dann nach 8 Jahren
  • Pubertätsbeginn

zusätzlich in "kritischen Lebensphasen":

  • Schwangerschaft
  • Pubertätsbeginn
  • diabetische Nierenveränderungen
  • Blutdruckerhöhung

Beginn der sog. "intensivierten Insulintherapie" bei vorher „schlechten“ HbA1c-Werten, dann ist zusätzlich 1 mal eine Augenkontrolle nötig.
[HbA1c = Laborwert, der das sog. "Blutzuckergedächtnis" darstellt. Mit diesem Wert kann die Blutzuckerstoffwechselsituation der letzten 3 Monate kontrolliert werden]

Falls der diabetesbehandelnde Arzt (Hausarzt/Internist u.a.) die o. g. Augenuntersuchung nicht selbst anspricht, muss der Diabetiker in seinem eigenen Interesse den Arzt auf die Überweisung zum Augenarzt ansprechen.

Nach neuesten Untersuchungen

  • steigt die Anzahl der Gefäßveränderung am Auge drastisch an (um 35%), falls der HbA1c den Wert von 5,8% (!) übersteigt.
  • ist es heute möglich, bei frühzeitiger Erkennung und stadiengerechter Behandlung die Erblindung fast vollständig zu verhindern.

Daher gilt gerade bei Diabetikern: „Augen zum Augenarzt"

[Seitenanfang]


 

 

Abbildung:
Augenhintergrund mit pathologischen Veränderungen

1: sackförmige Wandausweitungen kleiner Butgefäße

2: Kleine und größere Blutungen

3: Ödeme

4: Fettige Ablagerungen

5: Neubildung von minderwertigen, brüchigen Blutgefäßen

 

 

 

 

[Seitenanfang]